„Das Gesundheitsystem ist gescheitert“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Dr. Dany Galindano

„Keine Fahrstühle für Patienten“ steht auf dem Schild von Dr. Dany Golindano

Dr. Dany Golindano, Arzt:

„Es fehlt uns vor allem an Antibiotika. Es gibt in den Krankenhäusern zahlreiche Todesfälle, die mit Antibiotika zu verhindern wären. Besonders dramatisch ist das, wenn Patienten nach Operationen Entzündungen bekommen und die Ärzte dann keine Medikamente für die Behandlung haben. Darüber hinaus sind die Zustände in den Sälen, in denen überhaupt noch operiert werden kann, schlecht. Mehr als 5.000 Operationssäle im ganzen Land sind außer Betrieb. Wir Ärzte können den Patienten nicht so helfen wie es sein müsste.

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„Im Krankenhaus fehlt es an allem“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Juan Gomez, Arzt

Juan Gomez (27), Arzt

Juan Gomez, 27 Jahre alt, Arzt:

„Ich demonstriere, weil die Situation im Land derzeit sehr, sehr schlecht ist. Gestern war ich auf einer Demo mit einer Kollegin, die von einem Geschoss der Polizei getroffen wurde. Sie hat Verletzungen am Oberkörper.

Ich werde trotzdem weiter auf die Straße gehen und für ein anderes Venezuela demonstrieren, aber ich werde natürlich noch besser aufpassen, dass uns nichts passiert. Mein größter Wunsch ist, dass wir einen Regierungswechsel schaffen. Ich erhoffe mir dann mehr Investition in die Bildung und die Sicherheit. 

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Mexico – lindo y cruel

Nach drei Tagen Mexiko weiß ich wieder, dieses Land ist wunderbar und grausam zugleich: Wunderbar, weil der freundliche Herr an der Rezeption im Hotel Palace mich nach drei Jahren Abwesenheit trotzdem erkennt, herzlich begrüßt und meinen neuen Harrschnitt „muy elegante“ findet! Grausam, weil er traurig kommentiert, dass der internationale Tourismus wegen der Horrormeldungen zur Gewalt in Mexiko wegbleibt – seit dem Regierungsantritt von Felipe Calderon 2006 gibt es 40.000 Tote im Kampf Regierung gegen Drogenmafia zu beklagen.

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