El Salvador: Gemeinsam gegen die Gewalt angehen

Padre Salomon Perez

Padre Salomon Perez

San José las Flores ist ein kleiner Flecken nördlich der Hauptstadt San Salvador gelegen, kommunal gehört es zur Stadt Tomacatepeque. Zur Pfarrei gehören etwa 20.000 Menschen, berichtet Pfarrer Salomon Pérez. Berühmt-berüchtigt wurde San José las Flores durch den Umstand, das hier ein blutiger Bandenkrieg tobte. Zwei Banden der sogenannten „Maras“, die „Mara Salvatrucha“ und die „Mara 18“, kämpften um die Gebietshoheit. Und die „Mara Salvatrucha“ hatte sogar ihre Nationalleitung hierher verlegt. Dazu kamen gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei und dem ebenfalls hier stationierten Militär. „Wir zählten pro Monat zwölf Tote, zwölf Opfer der Gewalt“, berichtet Pfarrer Salomon Pérez. Weiterlesen

Brasilien: Eisbrecher

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Der Deutsche schluckt. Kurz bricht seine Stimme. Er muss sich sammeln. 75 Jahre ist Johannes Niggemeier und seit knapp 30 Jahren in Brasilien. Der Theologe aus dem Erzbistum Paderborn hat das Projekt AVICRES aufgebaut. Die portugiesische Abkürzung heißt „Gemeinschaft für das Leben, damit es wachse in Solidarität“. Erstaunlich, dass so jemand immer noch bewegt ist durch die Schicksale einzelner Mädchen, die von der Straße kommen. Geschlagen von den Eltern, vergewaltigt vom Stiefvater, losgeschickt zum Klauen, damit Geld da ist für Drogen. Weiterlesen

El Salvador: „Ich habe keine Freunde“

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Mit einem lauten „Klack“ schnellen die Verriegelungsknöpfe der Autotüren nach unten. Unsere erste Fahrt durch die Innenstadt San Salvadors beginnt. Auf dem Pickup auf der Nebenspur sitzen Soldaten mit verspiegelter Sonnenbrille, kugelsicherer Weste und Maschinengewehr. Mit versteinerter Miene blicken sie in unser Auto. Vor Supermärkten, Autowerkstätten und Krankenhäusern stehen private Sicherheitskräfte mit Schrotflinten und Patronengürteln – und mit der Hand am Abzug. Weiterlesen

Chile: Am Ort der Liebe und der Grausamkeit

Wo Pinochets Schergen folterten und die Häftlinge sich trotzdem ihre Menschlichkeit bewahrten.

Es ist ein Ort, an dem Lelia Perez Valdez viel verloren hat. Ihr Kind, ihre Würde. Und beinahe ihr Leben. Trotzdem ist sie zurückgekommen. Weil diejenigen, die davongekommen sind, davon erzählen müssen. „Solange jemand zuhört, bleibt die Erinnerung“, sagt sie. Es ist beinahe 40 Jahre her, dass die Schergen Pinochets die damals 18-jährige Leila in die Villa Grimaldi verschleppten, dem Folterzentrum am Rande von Santiago de Chile. Weiterlesen

Chile: Über Einschusslöcher und den Kampf gegen Drogen

Im Vorfeld der Adveniat-Aktion ist eine Gruppe von acht Journalistinnen und Journalisten derzeit mit Adveniat in Chile unterwegs, um mit Vertretern der Kirche zu sprechen und sich ein Bild über die Situation im Land zu verschaffen. Im Blog berichten die Teilnehmenden über die Reise.

Padre Gerardo berichtet der Gruppe. Foto: Carolin Kronenburg

Padre Gerardo berichtet der Gruppe. Foto: Carolin Kronenburg

Die Kugel ist im Kreuz direkt neben dem Christus-Kopf eingeschlagen, das Einschussloch ist noch zu sehen. Wir entdecken diese Spur in einer Kapelle in La Legua, einem Armenviertel von Santiago de Chile. Hier arbeitet Padre Gerardo, ein aus Frankreich stammender Priester, der fast immer freundlich lächelt. Für den Fußweg zur Kapelle hat er uns empfohlen, nicht zu fotografieren, nichts mitzunehmen. Denn die Gegend ist gefährlich, Schießereien sind an der Tagesordnung. Drogenhändler liefern sich hier Bandenkriege. Polizeiposten mit olivgrünem Helm und Maschinengewehr in der Hand wachen an der Straßenecke. Daneben winzige Verschläge, in denen die Menschen hausen – nahezu ohne jegliche Privatsphäre. Weiterlesen

Chile: Jagdszenen rund um die Plaza Italia

Wie ich bereits im letzten Blog erwähnte, liegen die Dinge in Santiago ein wenig ernster als anderswo. Während wir am Vormittag Interviews mit Studenten an der Universidad de Chile drehten, erhielten wir den Hinweis, dass Schüler gegen 12 Uhr eine Demo an der Plaza Italia geplant hatten. Es ginge um den kostenlosen Zugang zu Schulen, die über ein gehobenes Niveau verfügen, sagte man uns. Ein spannendes Thema in Chile, sah man hier doch in den letzten Jahren eine zunehmende Privatisierung des Bildungssektor bei gleichzeitig abnehmendem Unterrichtsniveau. Weiterlesen