Kolumbien: Vom Guerillakämpfer zum Normalbürger

Ausschnitt aus dem Denkmal für die gefallenen Soldaten in Bogota. Fotos: Jürgen Escher

Unser letzter Tag in Kolumbien. In den letzten zwei Wochen sind wir auf der Suche nach Ansätzen für eine Lösung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs kreuz und quer durch das südamerikanische Land gereist, haben die Menschen gefragt, was für sie „Gerechtigkeit und Frieden“ bedeutet. Denn genau so heißt das Motto der diesjährigen Jahresaktion von Adveniat.

Nun sitzen wir auf den Treppenstufen der Santiago-Kirche im südkolumbianischen Pasto und warten auf unseren letzten Gesprächspartner. Er ist spät dran. Die Sonne geht unter, es wird bitter kalt. Doch wir warten. Weiterlesen

Kolumbien: Rap für den Frieden

Die Alianza Urbana in ihrem Probenraum – das sind rund 20 Jugendliche, die Hip Hop und Rap mit sozialkritischen Texten auf die Bühne bringen.

Die Alianza Urbana in ihrem Probenraum – das sind rund 20 Jugendliche, die Hip Hop und Rap mit sozialkritischen Texten auf die Bühne bringen. Fotos: Jürgen Escher

Die Bässe wummern, der Beat überschlägt sich fast. Die dicken Boxen blasen den Sound durch die Straßen der Nachbarschaft. Ghettoblaster. Big Lion, Georgekin und Paola rappen in einem kleinen Schuppen am Rande von Quibdó, der Hauptstadt des Departamento Chocó. Dazu tanzen sie im besten Hip Hop Style was das Zeug hält.

Die Hälfte der Einwohner Chocós sind unter 18 Jahre alt, Jugend umzingelt vom Chaos. Schlechte Schulen, mangelnde Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Drogen, Gewalt und Armut – die Aussichten für die nächste Generation des Departamento Chocó sind nicht gerade rosig. „Sie sind die Kraft für unser Land“ singen die Jugendlichen der Alianza Urbana über sich und ihre Altersgenossen, „und sie wollen eine Zukunft in Sicherheit.“ Weiterlesen

Kolumbien: Die Benzinschmuggler von Tres Bocas

Bischof Omar besucht die Familie von Alejandro Ribeiro (links) im Grenzort „Tres bocas“. Die Familie lebt vom Benzinschmuggel. Fotos: Jürgen Escher

„Se vende gasolina“. Die Straßen rund um die Stadt Tibú sind gesäumt von kleinen Holzbuden, in denen Benzin verkauft wird. Statt Zapfsäulen bekommt man den Treibstoff in ausgedienten Cola-Flaschen oder Wasser-Kanistern, und das zum niedrigen Preis.

Tibú, wo wir bei Bischof Omar Alberto Sánchez zu Besuch sind, liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Venezuela entfernt. Die Urwaldwege an den Grenzfluss sind von kleinen Fördertürmen der staatlichen Ecopetrol gesäumt, Kolumbiens Ölförderer Nummer Eins. Doch durch die an den Wegen verlegten Pipelines fließt nur schweres Rohöl, unbrauchbar für das Betanken der Autos. Weiterlesen

Kolumbien: Die Geiseln der Coca

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Bischof Omar hat einen Traum: ein Coca-freies Catatumbo. Gemeinsam mit Bauern (hier im Bergdorf Pacelli) entwickelt der Bischof einen alternativen Plan zum Anbau landwirtschaftlicher Produkte in der Region. Fotos: Jürgen Escher

„Die Coca-Pflanze öffnet hier ständig neue Wege“. Omar Alberto Sánchez, Bischof von Tibú und Ende des Jahres im Rahmen der Adveniat-Jahresaktion zu Gast in Deutschland, sitzt am Steuer seines Landrovers „Hercules“. Und wundert sich. Links und rechts der Schlaglochpiste, über die wir seit Stunden hinwegrumpeln, entdeckt der Bischof neue, ihm bisher unbekannte Wege. „Wo neue Coca-Pflanzungen entstehen sollen, müssen erst mal neue Wege angelegt werden.“

Wir sind in der Region Catatumbo unterwegs, dem Einzugsgebiet des gleichnamigen Flusses an der Grenze von Kolumbien und Venezuela. Einst wurde hier Kakao, Kaffee und Zuckerrohr angebaut. Mitte der 90er Jahre hielt dann die Coca-Pflanze Einzug in die entlegene Region. Weiterlesen