Tag der indigenen Völker

Der 9. August ist der Internationale Tag der indigenen Völker.

Bischof Lucio Alfert aus Pilcomayo in Paraguay war vor Kurzem zu Besuch in Essen. Der Bischof machte deutlich, dass die Ureinwohner Paraguays, die Indigenen, noch immer um ihre Rechte kämpfen; in Paraguay heißt das vor allem: Kampf um das Land, das ursprünglich einmal den Indigenen gehörte, bis sie im 19. Jahrhundert enteignet wurden. Heute ist dieses Land im Besitz von wenigen Großgrundbesitzern, und die Kirche, so betonte der Bischof, setzt sich dafür ein, dass die Indigenen ihr Land zurückerhalten. „Immerhin 120.000 Hektar konnten wir in meiner Diözese für die Indigenen zurückgewinnen“, sagte Bischof Alfert. Weiterlesen

Bolivien – Politik und Gastfreundschaft

Indigene und Weiße in BolivienBolivien ist vor allem für die wunderschöne Landschaft im Hochland bekannt und für die bis heute stark präsente indigene Kultur, die immer noch das tägliche Bild des bolivianischen Lebens prägt. Schlagzeilen macht das Land in den letzten Jahren aufgrund des ersten indigenen Präsidenten, Evo Morales, der im Dezember des letzten Jahres mit einem überraschend starken Ergebnis wiedergewählt wurde und nun seine zweite Amtszeit antritt. Sogar in den Departamentos des Tieflands, in denen die politischen Führungen weiterhin für mehr Autonomie kämpfen, stimmten viele Menschen für Evo Morales. Dennoch ist das Land gespalten, nicht nur geographisch in das durch die indigenen dominierte Hoch- und das vor allem von Weißen bevölkerte Tiefland, sondern auch ideologisch teilt sich das Land in Anhänger und Gegner der Regierung.
Schon während meines ersten Aufenthalts als Missionar auf Zeit in Bolivien ist mir der in der bolivianischen Gesellschaft stark verankerte Rassismus aufgefallen. Und auch jetzt, bei meinem zweiten Besuch, ist die starke gegenseitige Abneigung zwischen indigenen und Weißen allgegenwärtig und stellt meines Erachtens eines der größten Probleme dieses Landes dar. Verschärft wird dieser Konflikt durch Maßnahmen, wie die Nationalisierung der Bodenschätze, wodurch die gesamte bolivianische Bevölkerung von dem enormen Reichtum profitieren soll und nicht nur das ökonomisch starke Tiefland. Doch dort fühlen sich die Menschen hintergangen und fürchten weitere Einschnitte ihrer Prioritäten.
Doch vor allem unter den jungen Menschen im Tiefland gibt es viele, die eine differenzierte Meinung der bolivianischen Politik haben und vor allem die Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Situation der in Armut lebenden Bolivianer befürworten. Gleichzeitig werfen sie Evo Morales eine einseitige Politik vor, die nur die Indigenen bevorteilt und somit die Spaltung des Landes weiter vorantreibt.
Abseits der ganzen Probleme Boliviens, ist für mich aber vor allem die extreme Gastfreundschaft bemerkenswert, die ich sowohl im Tiefland als auch im Hochland erlebt habe. Menschen die in bitterer Armut leben und dennoch alles tun, um Gäste so gut wie eben möglich zu empfangen.
Warum ist ein Land wie Bolivien eigentlich nicht dafür bekannt? Weiterlesen