Paraguay: Dürre, Flut und Landvertreibung

Mit brachialer Gewalt schießt das Wasser die Straße in Asuncion hinunter. Die ersten Autos stehen quer, der Regen staut sich 20 Zentimeter hoch in den Gassen. Dabei haben sich die Schleusen erst vor wenigen Minuten geöffnet. – In Paraguay ist Regenzeit. Da entwickelt sich die Straße regelmäßig innerhalb von Sekunden zu einem Sturzbach. Für uns Mitteleuropäer, die wir lediglich eine leichte Dauerberieselung gewöhnt sind, ein kleines Abenteuer. Für die Paraguayer eine Herausforderung, mit der sie von Februar bis April zu kämpfen haben, genauso, wie in den übrigen Monaten die Erde im Chaco zu einer Wüste austrocknet. Weiterlesen

Mexiko … ¡un país fascinante!

Sich Treiben lassen

Kaum angekommen in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Mexiko fühle ich mich heimisch. Zwar ist mir hier alles neu, aber doch nicht fremd, da mich sehr vieles an Mittelamerika erinnert. Und in diese fremde, bekannte Welt tauche ich ein und lasse mich treiben – nicht nur vom ständig rauschenden Verkehr, der meist die Straßen verstopft und auch kurze Distanzen in lange Wegstrecken ausdehnt, sondern hauptsächlich von unseren ProjektpartnerInnen, durch die ich in eine Welt eintauchen darf, die mir ebenfalls nicht fremd, aber doch neu ist: z.B. die Probleme einer Gesellschaft, die sich im globalisierten Markt behaupten will und dabei zu gerne auf ihre Menschen vergisst – besonders die Indígenas, die in Museen und als Denkmäler bewundert, in der Gegenwart jedoch diskriminiert und marginalisiert werden. Dass alleine Mexiko-Stadt 1.5 Mio Menschen mit indigenen Wurzeln beherbergt, wollen die wenigsten sehen. Und die Betroffenen wollen es meistens verstecken, da „indigen“ noch immer mit „ungebildet, arm, schmutzig, rückständig, zu zivilisieren, heidnisch“ gleichgesetzt wird. Weiterlesen