„Die Arbeit als Journalistin wird immer schwieriger“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Journalistin Maria Isolett Iglesias

Journalistin Maria Isolett Iglesias

Maria Isoliett Iglesias, Journalistin:

„Die Arbeit als Journalistin für freie Medien wird immer schwieriger. Die Zeitungen, die der Regierung nicht nahestehen, erhalten oft kein Papier. Viele meiner Kollegen haben in den vergangenen Jahren ihre Arbeitsstelle verloren, weil die Regierung Radio- oder TV-Sender geschlossen hat.

Ich selbst habe in Venezuela eine TV-Sendung, die sich mit der Kriminalität beschäftigt. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben müssen wir aufpassen, welche Formulierungen wir benutzen. Deswegen senden wir auch nicht live, sondern immer eine Aufzeichnung.

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Einen Monat Lateinamerika – mitten in der Essener Innenstadt

Herzlicher Empfang: Praktikantin Jana (Mitte) mit  María Acosta (links) und María Luna Barbero aus dem Länderreferat für Kolumbien und Paraguay.

Herzlicher Empfang: Praktikantin Jana (Mitte) mit María Acosta (links) und María Luna Barbero aus dem Länderreferat für Kolumbien und Paraguay.

„Hola, buenos días!“ tönt es über den Flur. Ein Stück weiter höre ich ein angeregtes Gespräch auf Spanisch. Moment, oder ist es doch Portugiesisch? Das Referat Brasilien ist ja immerhin auch auf unserem Flur, hier im 11. Stock in der Gildehofstraße in Essen. Mein Arbeitsplatz: ein Schreibtisch im Referat Medien bei Adveniat. Es fühlt sich jedoch anders an – eher als ob ich mich irgendwo in Lateinamerika befände, um mich herum Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern.

Als ich mein Praktikum Ende Juni bei Adveniat begonnen habe, wusste ich, dass ich es mit Lateinamerika zu tun haben würde. Wie nah dieser Kontinent hier ist, war mir vorher jedoch nicht klar. Die Mentalität, die Sprache, die Menschen – Adveniat nimmt seinen Slogan „Für die Menschen in Lateinamerika“ mehr als wörtlich. Aus elf verschiedenen Nationen kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diejenigen, deren Weg sie nicht aus Südamerika oder Spanien nach Essen geführt hat, haben auch fast alle länger im Süden Amerikas gelebt.

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Tag der Ausbildung: Warum Luisa Journalistin geworden ist

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Peru hat einen guten Ruf im investigativen Journalismus. Immer wieder haben engagierte Journalisten die Raenke der Maechtigen aufgedeckt. Die wenigsten der Journalismus-Studierenden verschreiben sich dieser Königsdisziplin des Journalismus, auch in Peru. Luisa García Tellez ist eine der wenigen. Seit zwei Jahren arbeitet sie – zuerst als Praktikantin – beim Investigativ-Journalismus-Projekt „IDL-Reporteros“ und hat mit ihren 23 Jahren bereits Furore gemacht: Ihre Artikelserie über die intransparenten Regeln im peruanischen privaten Pensionskassensystem, und wie die Pensionskassen tricksen zu ungunsten der Pensionierten, haben die Menschen in Peru aufgerüttelt und mit zu einer neuen Gesetzesvorlage geführt.
Luisa García erzählt, wie sie zum Journalismus gefunden hat.

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