El Salvador: „Ich habe keine Freunde“

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Mit einem lauten „Klack“ schnellen die Verriegelungsknöpfe der Autotüren nach unten. Unsere erste Fahrt durch die Innenstadt San Salvadors beginnt. Auf dem Pickup auf der Nebenspur sitzen Soldaten mit verspiegelter Sonnenbrille, kugelsicherer Weste und Maschinengewehr. Mit versteinerter Miene blicken sie in unser Auto. Vor Supermärkten, Autowerkstätten und Krankenhäusern stehen private Sicherheitskräfte mit Schrotflinten und Patronengürteln – und mit der Hand am Abzug. Weiterlesen

WJT: „Tagebuch eines Crack-Süchtigen“

Schrille Schreie, ohrenbetäubende Musik und verzerrte Gesichter. Auf der Bühne acht Jugendliche. Sie stellen nicht irgendetwas dar, sondern einen Teil ihres Lebens: die Wirklichkeit in einer Welt, die von Drogen beherrscht wird.

Wir sind zu Besuch im Adveniat-Projekt Casa do Menor in Nova Iguaçu. Diese ganze Stadt wird häufig als eine einzige Favela bezeichnet. Die Jugendlichen stellen ausdrucksstark durch eine Szene des Theaterstückes „Tagebuch eines Cracksüchtigen“ den Alptraum der Drogensucht dar. Ihre Gesichter lassen ablesen, dass dies kein fremdes Thema für sie ist. Viele von ihnen haben früher selber Drogen konsumiert oder kennen zumindest diese Realität ihres Landes. Weiterlesen

WJT: Nova Iguacu – Jugend an einem verlassenen Ort

Kinder, die auf der Straße leben. Kinder, die Fensterscheiben einwerfen und Feuer legen. Kinder, die von Drogenbossen erschossen werden. In Nova Iguacu malt die Realität das Bild der Jugend in dunklen Farben. Wir haben dort die Adveniat-Projektpartner von Avicres besucht, die sich um diese gestrandete Jugend kümmern. Beeindruckt, bewegt und nachdenklich gemacht, haben uns alle ganz unterschiedliche Eindrücke …

Gewalt beherrscht das Leben der Jugend

Die Gewalt der Drogenmafia ist im Kinderheim von AVICRES in Nova Iguacu präsent. Noch vor wenigen Wochen wurden zwei ehemalige junge Erwachsene, die ihre komplette Kindheit und Jugend in dem Kinderheim verbracht hatten, von der Drogenmafia ermordet, erzählte uns der Leiter der Einrichtung. Die Gründe für diese schrecklichen Verbrechen sind zum einen Eifersucht und Missgunst, zum anderen auch der Ärger der Drogenmafia darüber, dass diese Kinder nicht Teil ihrer Mafiastrukturen wurden. Immer wieder kommt es auch vor, dass die Mafia das Eigentum des Kinderheims zerstört, wie beispielsweise die von den Kindern sehr geliebte Schreinerwerkstatt. Fenster wurden zertrümmert, Tische zerhackt und Maschinen auf den Boden geworfen. Dass die Mitarbeiter von Avicres trotzdem immer wieder aufstehen und weitermachen, hat mich sehr beeindruckt. Weiterlesen

Honduras: Der schönste Tag

„Padre, Padre, Sie haben mich doch nicht vergessen?“ Schon man frühen Morgen hat Laura ganz aufgeregt bei Priester José Palma angerufen um sich zu vergewissern, dass er am Abend den Gottesdienst in der kleinen Kirche in El Guante, in Zentral-Honduras abhalten wird.

Schließlich ist heute Lauras großer Tag. Sie wird 15 Jahre alt. Und das ist für die Mädchen in Lateinamerika eine große Sache: „Die Quinceañera“. An diesem Tag werden sie vom Kind zur Frau, früher schenkte man ihnen zu diesem Anlass das erste Paar Schuhe mit Absatz. Weiterlesen

Ausflug in die „Schweiz Brasiliens“

Am zweiten Tag unserer Reise durch den brasilianischen Nordosten besuchen wir die Stadt Gravatá, gut 80 Kilometer von Recife entfernt gelegen. Nach der erdrückenden Hitze in der Küstenstadt Recife empfängt uns eine angenehme Kühle – Gravatá liegt auf 450 Metern hoch in den Bergen. „Serra das Russas“, die Berge der Russen, nennt sich der Gebirgszug, der nach einer traditionellen Familie benannt wurde, den „Russas“.  Ob die Familie tatsächlich russischer Abstammung war, kann uns niemand bestätigen. Weiterlesen