Bolivien: Schaumkämpfe mit dem Präsidenten

So zeigt sich Evo Morales gerne - volksnah. Fotos: Achim Pohl/Adveniat

So zeigt sich Evo Morales gerne – volksnah. Fotos: Achim Pohl/Adveniat

Wer an karnevalistische Städte denkt, dem fallen Rio de Janeiro, Venedig oder Köln ein. Aber auch in La Paz wird kräftig gefeiert! Seit Donnerstag gibt es hier jeden Tag kleinere oder größere „entradas“, Umzüge. Traditionelle Musik und Kostüme dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Anders als in Deutschland sind die Zuschauer allerdings nicht verkleidet – und so fielen wir gar nicht weiter auf. Wir, das ist ein kleines Adveniat-Team auf Recherchereise in Bolivien.

Während eines Spaziergangs durch La Paz hörten wir auf einmal Musikkapellen und sahen verkleidete Leute. Wir folgten der Musik und erreichten die Plaza Murillo, wo am Regierungspalast ein Karnevalsumzug vorbeiging. Direkt vor dem Regierungssitz war eine kleine Tribüne aufgebaut, und dort saß ein gut gelaunter Präsident Evo Morales neben Vizepräsidente Álvaro García Linera. Weiterlesen

Bolivien: Karneval zwischen Glaube und Party

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Zum bolivianischen Karneval gehört nicht nur ausgelassenes Feiern, sondern auch eine Segnung und der Dank an Pachamama, Mutter Erde. Fotos: Achim Pohl

Wer in Bolivien Karneval feiert, darf nicht wasserscheu sein. Seit Donnerstag laufen alle Kinder und Jugendlichen mit Wasserpistolen oder Wasserbomben (kleine Luftballons mit Wasser gefüllt) bewaffnet durch die Straßen und „schießen“ jeden ab, der an ihnen vorbeikommt. Auch offene Autofenster entgehen ihnen nicht. Manche Kids sind auch mit Spraydosen voll weißem Schaum bewaffnet.

Den sprühen sie so stark auf ihr Gegenüber, dass Gesicht, Haare und Oberkörper nach wenigen Sekunden komplett weiß sind. Die Tradition ist gleichzeitig Spaß und Geschäft. Überall an den Straßenrändern werden Wasserpistolen, Schaumspray und auch mit Wasser gefüllte Luftballons angepriesen. Viele Marktfrauen schulen von Obst und Gemüse für ein paar Tage auf Wasser um. Schließlich darf einer Woche feuchtes Feiern nichts im Weg stehen. Dabei ist es in El Alto, La Paz, zur Karnevalszeit nicht warm. Ständig weht ein kühler Wind und immer wieder kommen starke Regenschauer runter. Das hindert aber niemanden daran aufzugeben. Entsprechend sehen vor allem die Kids schon nach kurzer Zeit aus: nass und klebrig. Weiterlesen

Brasilien: Dem wahren Kölner ist alles Rhein

Ehemalige Lastkräne am Amazonasufer in Belém.

Dem wahren Kölner ist alles Rhein. Deswegen kann ihn selbst der Amazonas nicht wirklich beeindrucken. Die alten, restaurierten Kräne in der Hafenanlage von Belem, der Zweimillionenstadt in der Flussmündung des Amazonas? Na ja, ganz nett, aber die Kräne Rheinauhafen am Südkai sind erstens größer und zweitens viel schön hergerichtet. Die pittoresken weißen Flussschiffe in Santarem, etwa 1000 Kilometer westlich den Fluss hinaus gelegen? Nichts gegen die KD mit ihrer weißen Flotte! Und Papageien im tropischen Regenwald? Also bitte, davon gibt’s in Kardinal Meisners Garten doch auch schon mehr als genug. Weiterlesen