Kindermigration: Von Mittelamerika nach Mexiko

Migration

Das Schild der Migrationsbehörde an der Südgrenze von Guatemala nach Mexiko. Foto: øle schmidt

Guatemala: Saftige, grüne Landschaften ziehen wie im Zeitraffer an uns vorüber. Kautschukanpflanzungen wechseln Zuckerrohrplantagen ab. In malerischen Flussbetten liegen riesige, glatt gewaschene Steine. Unser Bus knattert, die Klimaanlage ächzt.

Vor uns sitzen zwei Halbwüchsige in Begleitung eines Mannes. Ein Vater mit seinen Söhnen, so scheint es. Je näher die Grenze kommt, desto unruhiger werden sie. Die Flussüberquerung wird besprochen, ein Treffpunkt für alle Fälle in Mexiko vereinbart. Jetzt wird klar, ein Coyote ist hier mit zwei Jungs auf den Weg nach Norden. Ins „Gelobte Land“, in die USA. Weiterlesen

Chile: Mapuchepastoral und Migrantenpastoral

Mapuche-Frau mit dem klassischen Kopfschmuck, der Trarilonco. Foto: Carolin Kronenburg

Mapuche-Frau mit dem klassischen Kopfschmuck, der Trarilonco. Foto: Carolin Kronenburg

Am zweiten Tag unsere Chile-Aufenthalts haben wir die Mapuche-Pastoral in Santiago besucht. Die Ordensgemeinschaft der Steyler Patres hat mit Frauen und Männern des Mapuchevolkes ein besonderes kirchliches Angebot entwickelt. Mich hat diese Arbeit stark an die spanisch-italienisch-kroatischen Gemeinden in unserem Bistum erinnert – Ein zentraler Unterschied besteht allerdings: das Volk der Mapuche war immer in Chile und Argentinien. Erst durch die Kolonialisierung durch die spanischen Eroberer hatten sie ihre Autonomie verloren. In den vergangenen vierzig Jahren hat die Kirche sehr stark versucht, ein neues Miteinander von Mapuche-Religionen und katholischem Glauben zu entwickeln. Im zweiten Teil unseres Besuches werden wir noch mehr davon sehen und hören. Weiterlesen

Mexiko: Alle Menschen sind Migranten

Die Hälfte unserer Großgruppe machte sich für fünf Tage in das Partnerbistum des Bistums Münster, in das Bistum Tula auf. Dort warteten schon vier Gastfamilien auf uns, die uns freudig begrüßten und die Tage über mit Hingabe und viel Liebe versorgten.

In dieser Zeit lernten wir verschiedene Realitäten des Bistums kennen: mehrere Basisgemeinden, Arbeiter in einer Handtuchfabrik, verschiedene traditionelle Prozessionen, (indigene) Volksfrömmigkeit, Katechetenunterricht und die Pastoralarbeit vieler Laien, Priester und Seminaristen. Weiterlesen

Mexiko: „Wo ist dein Bruder?“

Die Sehnsucht nach einem besseren Leben verbindet die tausenden lateinamerikanischen Migranten, die sich jedes Jahr auf den Weg in die USA machen. „Wo ist dein Bruder?“, mit dieser Frage ließ uns Schwester Hermana Dolores Palencia tief in das Thema der Migration eintauchen. Durch ihre lebendige Erzählung fesselte sie die Teilnehmer, die sich im Seminarraum eingefunden hatten, von Anfang an.

Hermana Dolores Das von ihrer Ordensgemeinschaft betreute Haus in Vera Cruz liegt an der im Süden Mexikos befindlichen Bahnstrecke. Hermana Dolores und ihre zwei Mitschwestern haben sich ganz den Bedürfnissen der Migranten verschrieben, bis hin zur eigenen Bedrohung. Eine warme Mahlzeit, ein Dach über dem Kopf und wenn nötig gesundheitlichen und rechtlichen Beistand können die Migranten hier bekommen, die oft schon Wochen lang unterwegs sind. Erschöpft von der langen Reise und durch unmenschliche Behandlung gedemütigt kommen sie mit den Güterzügen, auf die sie aufspringen, bei den Schwestern an. Manchmal erreichen 2-3 mal pro Tag größere Gruppen das Heim. Nicht nur Männer sind unter den Migranten, sondern auch Frauen und Kinder, die sich auf dieser schweren Reise in besonderer Gefahr befinden. Organhandel, Vergewaltigung und Entführung bedrohen ihr Leben. Weiterlesen

Mexiko: Die erste Begegnung mit Christinnen und Christen

Wie jeden Tag starteten wir um halb 8 mit einem gemeinsamen Morgengebet, in welchem wir Bezug nahmen auf die bevorstehenden Begegnungen des Tages. Nach der spirituellen Stärkung folgte ein wirklich herzhaftes mexikanisches Frühstück (Bohnen, Chili-Sauce, Bratkartoffeln etc.).

In der Uni angekommen, konnten wir zwischen zwei Themenblöcken wählen: Migration und Menschenrechte.

Die Ordensschwester Dolores Palencia erzählte von ihrer Arbeit mit Migrantinnen und Migranten auf dem Weg in die USA. Ihr bewegendes Zeugnis wird in diesem Blog noch einmal mit einem eigenen Text gewürdigt. Weiterlesen

Mexiko: Jeder Migrant riskiert sein Leben

140 Hände schnellen in die Höhe, großes Gelächter füllt den Saal. Ob auch Hondureños unter ihnen seien, hat Pater Pedro gefragt. Und neben einem Nicaraguaner, fünfzehn Salvadorianern und zehn Guatemalteken sind es die 80% Honduraner, die derzeit in der Casa Belén (Haus Betlehem) Unterschlupf finden. Tag und Nacht können sie an die Tür der Herberge klopfen, bekommen etwas zu essen, eine Dusche, frische Kleider, erste medizinische Versorgung und vor allem eine Matratze, um sich nach der 16 bis 24-tägigen Reise durch Mexiko endlich wieder einmal ausruhen zu können. Wenn die Neuankömmlinge ausgeschlafen haben, werden sie registriert und sofern sie davon erzählen wollen, wird ihr Leid dokumentiert. Weiterlesen