Brasilien – Hauptsache laut

Party in Dom PedroEs ist Freitagabend in Dom Pedro. Partytag. Was macht die Jugend in einem 8000 Einwohner zählenden, verlorenen Nest mitten in der Pampa des Bundesstaat Maranhão? Von dem die nächste Großstadt fünf Fahrtstunden entfernt ist? Ganz einfach, sie trifft sich auf dem Dorfplatz, wo ein paar findige Händler an mobilen Ständen gebratenes Fleisch, eiskaltes Bier, belegte Brote und Säfte verkaufen. Zwei oder drei der Bessergestellten haben ihre Autos mit übergroßen Boxen mitgebracht, werfen eine CD ein, öffnen alle Türen und drehen auf. Egal ob Reggae, Samba, Pop oder alles zusammen – Hauptsache laut. Ein paar Jugendliche klopfen den Takt und schwingen die Hüften zu den schmissigen Rhythmen. Die Anwohner scheint es nicht zu stören. Musik gehört in Brasilien einfach mit zum Leben dazu. Egal ob Live-Musik im Restaurant, rappende Straßenkinder, eine Capoeira-Session am Strand oder die volle Dröhnung vom Nachbarn – nie kämen die Brasilianer auf die Idee, sich darüber zu beschweren. Ungläubige Blicke ernte ich, wenn ich erzähle, dass in Deutschland schon mal die Polizei eine zu laute Party beendet, weil sich die Nachbarn gestört fühlen, oder die Kinder auf Spielplätzen eine Mittagspause einhalten müssen. Weiterlesen