Argentinien: Mitzuleben, mitzubeten, mitzuarbeiten

Ines hilft mit bei der Essensausgabe im Internat "Albergue San Agustín”.

Ines hilft mit bei der Essensausgabe im Internat „Albergue San Agustín”.

Nach dem Abitur ab in die argentinischen Anden. Für ein Jahr lebt die 18-jährige Ines Busch mit 30 Mädchen und drei Augustinerschwestern in dem kleinen Dorf Santa Maria in der Privinz Catamarca.

Ines (links) besucht einige Schülerinnen auch zu Hause in den Bergen.

Ines (links) besucht einige Schülerinnen auch zu Hause in den Bergen.

“Ich leiste hier mein freiwilliges soziales Jahr, oder besser gesagt nehme ich am MaZ-Programm teil – Missionarin auf Zeit,” erklärt Ines. Das Motto dabei: Mitzuleben, mitzubeten und mitzuarbeiten.

Den Kontakt hat die pfiffige Jugendliche über die Steyler Missionare bekommen, die das von Adveniat mitfinanzierte Mädchenwohnheim “Albergue San Agustín” in der staubigen Hochebene des argentinischen Nordens als Endsendeort vorgeschlagen hatten. Sie ist bereits die zweite Deutsche, die in dem Heim mithilft. Weiterlesen

Rio de Janeiro: Geliebt

Die ehemalige Prostituierte Cicera.

Vor 53 Jahren kam Cicera als Tochter einer Prostituierten zur Welt. Mit acht Jahren wurde sie von ihrem Stiefvater missbraucht. Von der Mutter setzte es Prügel statt Hilfe. Mit zwölf zog sie zu Hause aus – auf Sao Paulos Straßenstrich. Ein paar Reais war ihr Kinderkörper wert und manchmal bekam sie für Sex eine heiße Mahlzeit. Auf der Vila Mimosa, dem Bordell-Viertel von Rio de Janeiro, gab es dann umgerechnet etwa zehn Euro pro Freier – wenn es gut lief, zehn, fünfzehn Mal am Tag. Das meiste Geld investierte Cicera in Alkohol und Drogen – ein klarer Kopf hält das nicht aus. Ihre drei Kinder wurden ihr vom Amt weggenommen, zu Recht, sagt sie. Sie schlug sich im wahrsten Wortsinn durch das Leben: „Ich war brutal“, sagt Cicera heute. Weiterlesen

Brasilien: Mutmacher-Musik

Kling, klong, klong. Was João da mit den Saiten der Gitarre anstellt, klingt ehrlich gesagt ein bisschen schrömmelig. Zehn Jahre ist er alt, seit zwei Wochen hat er Gitarrenunterricht. Bis er „The girl from Ipanema“ fehlerfrei hinkriegt, wird es ganz sicher noch eine Weile dauern. Macht nichts, das Tolle ist ja, dass er überhaupt ein Instrument lernen darf. Hier, am äußersten Rand der Millionenmetropole Belém im Amazonasgebiet Brasiliens. Hier, wo die Menschen in einfachen Hütten leben und jeden Tag aufs Neue ihren Alltag meistern müssen, ist das nicht gerade eine Selbstverständlichkeit. Aber Schwester Aurilena und Schwester Edilamar haben sich genau hier niedergelassen, um die Armut der Leute zu teilen. „Comunidade inserida“ nennen sie das – eine „Gemeinschaft mittendrin“. Weiterlesen

Brasilien: Zwischen Lehm und Asphalt

„Der Fortschritt beginnt mit dem Asphalt“ heißt ein brasilianisches Sprichwort. Und davon können wir uns heute selbst überzeugen. Mit einem Minibus sind wir unterwegs auf den Straßen von Belém, Hauptstadt des Bundesstaates Pará und das „Tor zum Amazonas“. An uns vorbei rauschen Mangobäume, riesige Hochhäuser und immer wieder sogenannte „condomínios“; hoch eingezäunte, moderne Wohnanlagen mit Pförtnerhäuschen am Eingang. Unmittelbar daneben: schmutzige Lehmstraßen, gesäumt von mehr oder weniger provisorisch zusammengezimmerten Häusern. Weiterlesen