Argentinien: Nur eine Chance auf Leben

1Krach. Der schwarze Uraltwagen von Padre Pedro Baya Casal hat lautstark auf dem zu hohen Bordstein aufgesetzt. Die Fahrt endet jäh, bevor sie begonnen hat. „Alle aussteigen“, sagt der Pfarrer gelassen und fuhrwerkt unter Anleitung zahlreicher Schaulustiger vor und zurück. Noch einmal Krach. Geschafft. Das Auto steht auf der Straße. „Eh, Pedro, der Reifen ist platt“, sage ich. Dann fällt mir auf, dass alle Reifen aus der Puste sind – und Pedros entschuldigendes Lächeln bedeutet wohl, dass sie halbvoll, nicht halb leer sind. Und so rumpeln wir durch die Stadt der schönen Lüfte in Richtung Baja Flores – einem verrufenen Stadtteil der Capital. Weiterlesen

Argentinien: Somos gente pobre con corazón grande – Wir sind arme Leute mit einem großen Herzen

1Stella Maris, üblicherweise auf den Namen Panqui hörend und vor vielen Jahren aus Paraguay nach Argentinien ausgewandert, bringt die Botschaft des Tages in einleuchtenden Worten auf den Punkt. Einleuchtend: das passt zum Festgeheimnis dieses Pfingsttages. Der 8. Juni korrespondiert auf der nördlichen Halbkugel mit dem Winterdatum des 8. Dezember – ebenfalls ein besonderer Feiertag im Kirchenjahr. Hier in Argentinien dürfen wir einen strahlenden Tag erleben, eine strahlende Sonne leuchtet vom blau-weißen Himmel. Kein Wunder, dass die argentinische Flagge genau diese Symbole und Farben darstellt. Aber heute, an Pfingsten, geht es nicht nur um Argentinien. Wir sind in Moreno zusammengekommen, einer Trabantenvorstadt von Buenos Aires. Die Gottesdienstteilnehmer versammeln sich in der Capilla San José, hauptsächlich Immigranten aus Paraguay, auch einige Bolivianer und Peruaner sind da – und eben die Besucher aus Deutschland. Weiterlesen

Argentinien: Wo Padre Jorge seine Zeitung kaufte – Auf den Spuren von Papst Franziskus durch Buenos Aires

IMG_8013„Die ersten waren drei Mexikaner“, erinnert sich Eugenia. Gut ein Jahr ist es her, dass ihr Chef sie eines Tages angerufen habe und gesagt habe: „Eugenia, ich habe hier eine Anfrage von Touristen, die sich auf die Spuren von Papst Franziskus machen wollen: überleg dir bitte mal, was du ihnen zeigen kannst.“ Eugenia, die seit acht Jahren als Touristenführerin in Buenos Aires arbeitet, war verblüfft, doch: gefragt getan! Zwar räumt sie ein, dass die Mexikaner noch eine etwas improvisierte Tour erlebten, doch inzwischen ist der „Circuito Papal“ durch die argentinische Metropole nicht nur zum professionellen Angebot für „Papst-Touristen“ geworden, sondern sogar der Renner. „Durch Padre Jorge (so nennt Eugenia Papst Franziskus noch immer liebevoll) haben wir viel mehr Nachfragen“, sagt sie. Aus Europa würden vor allem Italiener und Spanier den Spuren des ersten lateinamerikanischen Papstes folgen wollen. Weiterlesen

Katholikentagsblog: Zeigt her Eure Füße, zeigt her Eure Schuh!

Der Padre aus Argentinien auf dem Katholikentag

Der Padre aus Argentinien auf dem Katholikentag

Regensburg macht seinem Namen alle Ehre: Bindfadenregen vom feinsten – und das in der nördlichsten Stadt Italiens (wie der Regensburger seine Heimat gerne nennt). Pitschnasse Schuhe stehen beim Katholikentag bisher auf dem Pilgerprogramm. Nur bei Padre Sebastián Sury nicht – er trägt, ganz wie in seiner Heimatstadt Buenos Aires, Sandalen – da fließt das Wasser besser ab. Padre Sebastián lebt und arbeitet seit 18 Jahren in einem Armenviertel von Buenos Aires. 30.000 Seelen zählt seine Pfarrei. Mit dem ehemaligen Kardinal Jorge Mario Bergoglio, heute Papst Franziskus, hat er eng zusammengearbeitet. Das Interesse am Papst vom anderen Ende der Welt ist groß auf dem Katholikentag. Ja, der Franziskus-Faktor wird sogar von Journalisten erfragt. Ein Fernsehteam des BR begleitet den Priester mit den „Jesuslatschen“. Weiterlesen

WJT: Vigil und Abschlussgottesdienst – Impressionen

Tolle neue Begegnungen, die konnte man beim Weltjugendtag bei jeder Gelegenheit machen. Und sei es beim Gang zur Toilette. Denn bei 300 Dixis für 3.000.000 Menschen hatte man zwischen Abschlussmesse und Vigil an der Copacabana jede Menge Zeit zum Plaudern. Bei mir verlängerte sich diese Zeit unfreiwillig noch ein wenig. Denn die Toiletten befanden sich auf der anderen Straßenseite. Und als ich um17 Uhr von einem solchen Gang zurückkehren wollte, musste ich feststellen, dass zwei Minuten zuvor die komplette Straße abgesperrt worden war und niemand mehr zum Strand durfte, da der Papst ja um 20 Uhr dort  entlang fahren sollte. Also verbrachte ich, abgeschnitten von den anderen, drei Stunden hinter der Absperrung, aber wenigstens direkt in der zweiten Reihe, und schloss einige weitere Kontakte. Als Franciscus dann endlich in seinem Papamobil heranrollte jubelten ihm alle mit ihren selbstgebastelten transparenten mit Sprüchen wie, VIVA Papa, zu und auch ich begrüßte ihn wedelnd mit meiner Toilettenpapierrolle! Weiterlesen