„Ich habe eine zweite Heimat gefunden“

Nach einem Jahr Freiwilligendienst in dem vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützten Gemeinschaftszentrum in Paraguay ist das Land für Lisa Berndorfer zu einer zweiten Heimat geworden. Bald geht es zurück nach Deutschland – vorher wollte sie aber noch einen Herzenswunsch in die Tat umsetzen.
Zwei Frauen stehen vor einem Fluss

Lisa Berndorfer hat die Menschen in Paraguay in ihr Herz geschlossen. Foto: privat

„Alles ist relativ“ – Das sagte schon Albert Einstein und auch hier in Paraguay darf ich das an vielen Punkten erleben. Bei meiner Ankunft vor nun schon über elf Monaten hatte ich nicht nur jede Menge Kleidung, Gastgeschenke und Erinnerungsstücke im Gepäck, sondern auch eine „Brille“ aus Wertvorstellungen, Tugenden und Ansichten. Schnell durfte ich lernen, dass sich kulturelle Unterschiede nicht nur auf eine andere Kleidung oder Musik beschränken. Meine „Brille“, mit der ich in Deutschland immer scharf sehen konnte, half mir in vielen Situationen in Paraguay gar nicht mehr. Jetzt, da ich fast ein Jahr lang in eine etwas andere Welt eintauchen durfte, lernte ich zu verstehen, dass Systeme an anderen Orten der Welt anders funktionieren und trotzdem sinnvoll sein können.

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Freiwillige in Paraguay: Mega-Konzert der Jugend

ensayo

1.200 Jugendliche trafen sich zu einem „Mega-Konzert“ in Encarnación, initiiert von der landesweiten Musik-Initiative „Sonidos de la Tierra“ (Töne der Erde), die Adveniat untersützt. Fotos: Rebecca Kossmann

Die Jugendlichen von Semillas Musicales sind aufgeregt, denn heute konnten sie mit offizieller Entschuldigung ihres Konservatoriums eher die Schule verlassen. Warum? Weil wir heute mit vierzig Jugendlichen nach Encarnación fahren, um dort am „Mega Concierto“ teilzunehmen und unser Repertoire vorzutragen.

In der reinsten Klassenfahrtsstimmung machen wir uns mit einem klapprigen Colectivo (Reisebus) auf den Weg. Wie das so ist wenn 40 Musiker in einem Bus sitzen wird gesungen, laut und ausgelassen und Gitarre und Geige gespielt.

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Eine Vision für die Jugend in Paraguay

Aktionsgast Gerardo Gómez Morales - Adveniat - Ich will Zukunft

Bildungsminister Gerardo Gomez aus Paraguay zu Besuch beim Hamburger Staatsrat. Foto: Escher/Adveniat

„Auch wenn Paraguay keinen Zugang zum Meer hat“, schmunzelte Gerardo Gomez, „so werden die Beziehungen zwischen der Stadt Hamburg und dem Land Paraguay in Zukunft nicht trocken, sondern ein reger Strom sein“, so der Vizeminister für Erziehung und Bildung aus Paraguay.

Sein Besuch in Deutschland hatte den Adveniat-Gast der Aktion #ichwillzukunft jüngst zum Hamburger Staatsrat der Behörde für Schule und Bildung geführt. Der in Deutschland promovierte Theologe schilderte die dramatische Situation vieler Jugendlicher in Paraguay: Von den 6,8 Millionen Einwohnern seien fast 30 Prozent zwischen 15 und 29 Jahren alt. Ein Viertel der Bevölkerung lebe in Armut, fast 60 Prozent der Jugendlichen habe keine weiterführende Ausbildung nach dem Abschluss der Grundschule. Dabei brauche Paraguay neben dem wirtschaftlichen Boom in der Landwirtschaft mit dem umstrittenen Anbau von Soja in Monokultur und dem Fleischexport besonders in der verarbeitenden Industrie spezialisierte Techniker und Experten.

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