Peru: Eingeschlossene Gesellschaft

„Keine Handys, keine Taschen – nur den Ausweis!“ So lautet die klare Ansage von Pfarrer Norbert Nikolai, bevor er mit uns durch die Tür zu Limas größtem Knast geht. 8.000 Männer sitzen in „San Juan de Lurigancho“ ein: Mörder, Vergewaltiger, Drogenhändler, Diebe, Kleinkriminelle, Unschuldige – zusammengehalten von den Scharfschützen auf den Wachtürmen. Die Männer geben neben ihren Pässen die Fingerabdrücke am Eingang ab, wir Frauen werden peinlich genau gefilzt. Nummer 0010 – die silberne Eintrittsmarke zur anderen Welt liegt kalt in meiner Hand. Als ich in die Sonne trete, richten sich Hunderte Blicke auf mich. Weiterlesen