Der Haiti-Effekt

„Was für eine Bruchbude“, schimpfte ich am ersten Abend über das kleine Hotel in Port-au-Prince, in dem ich untergebracht war. Kein Telefon auf dem Zimmer, ein so lahmes Internet, dass selbst der Versuch, Mails zu lesen, kläglich scheiterte, ein Fernseher mit drei Kanälen und nur zeitweise mit Ton, ein wackeliger, ausrangierter Tisch und eine längst durchgebrannte Neonleuchte am Bett – für stolze 75 Dollar die Nacht. Ein Preis, der in Haiti stets proportional ist zur Anzahl von Ausländern, die gerade im Land sind. Derzeit sind es viele. 2004, inmitten der Unruhen, in denen schließlich Präsident Jean-Bertrand Aristide stürzte, wagte sich kaum einer ins Land. Dementsprechend kosteten die Hotels 40 Prozent weniger. Weiterlesen