Brasilien: Nichts für schwache Nerven

Tag Zwei unserer Pressereise mit Adveniat steht an. Ein Blick auf das Programmheft erinnert mich daran: Der heutige Tag wird nichts für schwache Nerven. Schon früh am Morgen brechen wir mit dem Bus auf in den Stadtteil Santa Teresa. Hier besuchen wir die Favelas Morro do Foguteiro und Morro dos Prazeres, einem der ältesten Armenviertel der Stadt. In beiden Siedlungen ist seit ein paar Jahren die Befriedungspolizei, die Unidade de Polícia Pacificadora (UPP), stationiert. Seitdem haben sich die Drogenbanden zurückgezogen und es herrscht Frieden – das erzählen uns zumindest die Menschen, die wir dort treffen. Weiterlesen

Brasilien: Christentum handfest

Als touristischer Hotspot ist Rio de Janeiro unschlagbar. Das weiß auch, wer zum ersten Mal in die Stadt kommt – und gar nicht in erster Linie auf Sightseeing aus ist, sondern auf Informationen über den bevorstehenden Weltjugendtag im Juli und über soziale Projekte, die Adveniat in Rio unterstützt. Denn wenn die Antwort auf die Frage „Wo geht’s denn hin?“ lautet, „nach Rio“, werden die Augen regelmäßig groß, der Blick sehnsüchtig und der Tonfall neidisch bis spöttisch: „Ach ja, und so was heißt dann Dienstreise…!“
Aber ist es einem zu verdenken, dass man am Strand von Copacabana flaniert, unter der Statue des Cristo Redentor, des Wahrzeichen von Rio auf dem 700 Meter hohen Hügel Corcovado, steht, auf den Zuckerhut gegenüber schaut und dann einfach nur noch „Wow“ sagt? Weiterlesen

Brasilien: In medias res

Ganz sanft setzen die Räder des Flugzeugs auf dem Rollfeld auf. Die Uhr zeigt 04:50 Uhr an – eigentlich noch viel zu früh zum Aufstehen. Doch was soll’s, nach 12 Stunden Flug quer über den Atlantik kann man sich auch schon einmal die Beine vertreten. Am Flughafen von Rio de Janeiro erwartet uns schon Klemens Paffhausen, Brasilien-Referent bei Adveniat, unser Übersetzer und Reiseleiter. An seiner Seite: Roberto José dos Santos. Er ist Koordinator der Kommission für religiöse Betreuung von jugendlichen Straftätern der Erzdiözese Rio. Denn unsere ersten beiden Stationen sind zwei Jugendgefängnisse auf der „Ilha do Governador“, derselben Insel, auf der der Flughafen liegt – ein krasser Einstieg, wenn man bedenkt, dass der gemütliche Alltag zuhause in Deutschland nicht einmal 24 Stunden entfernt ist. Weiterlesen

Brasilien: Se Deus quiser

Auf dem Weg nach Brasilien

Wie schön ist es mit gepacktem Koffer im Büro zu sitzen und nur darauf zu warten, in den Zug zum Frankfurter Flughafen zu steigen. Ich gucke ständig auf die Lateinameika-Karte, die an der Wand hinter meinem Schreibtisch hängt. Brasilien, ich komme! Oder besser gesagt, Brasilien, wir kommen! Denn mit dabei sind zehn Journalistinnen und Journalisten von Zeitungen, Nachrichtenagenturen, Hörfunksendern und Online-Portalen. In Rio stoßen zwei Korrespondenten hinzu. Das Interesse an Lateinamerika ist angesichts des neuen Papstes aus Argentinien und des bevorstehenden Weltjugendtages in Rio de Janeiro groß. Die Plätze der Presse-Reise waren schnell besetzt. Für Brasilien-Referent Klemens Paffhausen und mich eine gute Möglichkeit, über die Situation im Land zu berichten und Adveniat-Projekte vorzustellen. Wer uns auf dem elektronischen Pfad begleiten möchte, kann das über den Adveniat-Blog sehr gerne tun: An dieser Stelle werden die Journalistinnen und Journalisten in den kommenden Tagen berichten – wenn Gott will. Und darauf hoffe ich, denn wie eine meiner brasilianischen Arbeitskolleginnen spitzbübisch zu sagen pflegt: „Auch wenn der Papst Argentinier ist, Gott ist Brasilianer!“ Weiterlesen

Rio de Janeiro: Unerschütterlicher Optimismus in der „Mare“

Favela da Mare – wer auf Rios Internationalem Flughafen ankommt, sieht die weit gestreckten, schlichten Häuserreihen aus Ziegelsteinen sofort, auch wenn man sie hinter Lärmschutzwänden zu verstecken versucht. Zwischen 130.000 und 150.000 Menschen sollen hier nach unterschiedlichen Schätzungen leben, es ist eines der größten Viertel mit dem oft gehörten Namen „Slum“.

Wie viele Menschen in Rio de Janeiro in diesen Vierteln leben, ist nicht genau zu sagen. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 20% und 25% der gut sieben Millionen Einwohner Rios in den als illegal und unterentwickelt gekennzeichneten Vierteln wohnen. Einer von ihnen ist der 27-jährige „Junior“, der uns durch sein Viertel führt. Weiterlesen