Venezuela: Tag der Unabhängigkeit und der Ungewissheit

A

Am 19. April jährt sich wieder einmal der Unabhängigkeitstag Venezuelas. Seit gut 10 Jahren betreue ich die Projekte dieses Landes, im dem eine Krise der nächsten folgt. Besonders nahe geht mir dabei die Mordstatistik, die jedes Jahr weiter steigt. Es stimmt, sie war auch in früheren Jahren nicht gerade gering; inzwischen steht sie bei 83 pro 100.000 Einwohner, in realen Zahlen: 2014 wurden 24.980 Menschen ermordet. Das Gros der Toten waren Jugendliche unter 25 Jahren.

Welche Zukunft hat ein Land, das seine Jugend verliert?

Wilhelm

Venezuela-Referent Reiner Wilhelm.

Die Frage, die sich mir dabei stellt: Welche Zukunft hat ein Land, das seine Jugend verliert. Mehr noch, wie gehen Kinder und Jugendliche mit dieser Gewalt und Aggression um? Welche Perspektiven haben die jungen Leute? Wie ist hier Versöhnung oder gar Friede möglich?

Hoffnung auf Neuanfang

Die Antwort auf diese Fragen wird die Zukunft Venezuelas über den Unabhängigkeitstag hinaus bestimmen. Wird das Land, das zu den korruptesten und trotz allen Reichtums zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas zählt, zusehends weiter in die Anarchie bis zur Unregierbarkeit abtriften oder gibt es Hoffnung auf einen Neuanfang einer Gesellschaft in Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit auch für die Jugend?

Text: Reiner Wilhelm, Adveniat-Länderreferent für Venezuela


Mehr zur Lage in Venezuela findet ihr im aktuellen Interview mit Reiner Wilhelm.