WJT: Vigil und Abschlussgottesdienst – Impressionen

Tolle neue Begegnungen, die konnte man beim Weltjugendtag bei jeder Gelegenheit machen. Und sei es beim Gang zur Toilette. Denn bei 300 Dixis für 3.000.000 Menschen hatte man zwischen Abschlussmesse und Vigil an der Copacabana jede Menge Zeit zum Plaudern. Bei mir verlängerte sich diese Zeit unfreiwillig noch ein wenig. Denn die Toiletten befanden sich auf der anderen Straßenseite. Und als ich um17 Uhr von einem solchen Gang zurückkehren wollte, musste ich feststellen, dass zwei Minuten zuvor die komplette Straße abgesperrt worden war und niemand mehr zum Strand durfte, da der Papst ja um 20 Uhr dort  entlang fahren sollte. Also verbrachte ich, abgeschnitten von den anderen, drei Stunden hinter der Absperrung, aber wenigstens direkt in der zweiten Reihe, und schloss einige weitere Kontakte. Als Franciscus dann endlich in seinem Papamobil heranrollte jubelten ihm alle mit ihren selbstgebastelten transparenten mit Sprüchen wie, VIVA Papa, zu und auch ich begrüßte ihn wedelnd mit meiner Toilettenpapierrolle!

Die Botschaft weitertragen

Ich war sehr überrascht welch große Wirkung er auf viele Jugendliche hatte, die teilweise in Tränen ausbrachen über ihr Glück dem Papst so nahe gewesen zu sein. In Lateinamerika hat dieser Würdenträger offensichtlich noch eine völlig andere Bedeutung als in vielen Teilen bei uns in Deutschland. Durch seine lockere Art (er trank z. B. Marte Tee den ihm ein Jugendlicher reichte und setzte einen Sombrero auf  – seine Security hat bestimmt Zustände bekommen – wirkte er auch auf mich sehr sympathisch. Seine Worte bei der Vigilfeier waren von der Bitte geprägt diesen Weltjugendtag nicht nur in diesen fünf Tagen hier in Rio zu begehen, sondern diese Frohe Botschaft und Gemeinschaft auch weiter zu leben. Auch wenn die Nacht sehr kalt war, herrschte am Sonntag Morgen beim Abschlussgottesdienst danach eine gute Stimmung. Diese Nacht unter freiem Sternenhimmel am Strand der Copacabana mit 3 Millionen anderen Jugendlichen aus aller Welt, stellte für mich einen gelungen Abschluss des Weltjugendtages dar, aber wie der Papst so schön sagte: „Tragen wir es weiter!“

Text: Doris Keil