Haiti: Zurück in der Pfarrei Sacre Coeur in Port-au-Prince

Das letzte Mal war ich vor ziemlich genau drei Jahren hier. Es war ein Samstag in Port-Au-Prince, und die Gemeinde Sacre Coeur hatte sich herausgeputzt. 364 Jungen und Mädchen in weißen Hemden und Spitzenkleidchen erhielten von Bischof Serge Miot das Sakrament der Firmung gespendet.

Vor den Zelten, unter denen auf dem Gelände der Pfarrei Sacre Coeur in Port-au-Prince Gottesdienst gefeiert wird: Pfarrer Han's Alexandre (rechts), Adveniat-Geschäftsführer Bernd Klaschka und Haiti-Länderreferentin Margit Wichelmann.

Heute gibt es die Kirche nicht mehr. Sacre Coeur war beim Erdbeben im Januar 2010 eingestürzt, und übrig geblieben sind nur ein großes Kreuz und eine Mariengrotte. Bischof Serge Miot kam beim Erdbeben ums Leben. Han’s Alexandre, der Pfarrer der Gemeinde und „nebenbei“ noch Sekretär der Haitianischen Bischofskonferenz, hat das Beben Gott sei Dank überlebt. Er berichtet, wie die Pfarrei sich anstrengt, um den Wiederaufbau der Kirche Sacre Coeur voranzutreiben: Lotterien, Filmvorführungen (in Port-au-Prince gibt es seit dem Erdbeben kein Kino mehr) im Freien und der Verkauf von T-Shirts sind nur einige Beispiele. Doch ohne die Hilfe aus dem Ausland wäre der Bau einer solch großen Kirche nicht zu realisieren.

Fast fertiggestellt ist der Bau der Berufsschule auf dem Gelände der Pfarrei Sacre Coeur.

Während die Gläubigen immer noch unter großen Zeltdächern die Gottesdienste feiern, ist die von Adveniat mit Hilfe eines großen Essener Industrieunternehmens finanzierte Berufsschule fast fertig. Stolz kann Pfarrer Han’s Alexandre den Rohbau präsentieren, in dem nach dem Sommer der Unterricht beginnen soll. Auch die Wasserversorgung für Schule, das künftige Pfarrhaus (auch dies wurde beim Beben zerstört) und die Kirche ist bereits installiert.

Haitis Kirche geht beim Wiederaufbau voran. Und aus den kleinen, zögernden Schritten in der Zeit nach dem Beben sind inzwischen größere geworden.